Was ist ein Arbeitszeitkonto und was passiert mit Deinen Überstunden?
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October 27, 2026 - 9:00 AM
Vielleicht kennst Du das: In Deinem Arbeitsvertrag steht, wie viele Stunden Du arbeiten sollst. Im Arbeitsalltag kann es aber anders sein. Manchmal arbeitest Du mehr, manchmal weniger. Damit diese Unterschiede klar bleiben, gibt es das Arbeitszeitkonto. Dort werden Deine Plus- und Minusstunden festgehalten. Besonders in der Zeitarbeit ist das Arbeitszeitkonto wichtig.
Doch was genau wird dort erfasst? Was passiert mit Deinen Plusstunden? Und bedeuten weniger geleistete Stunden automatisch Minusstunden?
Wir erklären Dir die wichtigsten Punkte einfach und verständlich.
Was ist ein Arbeitszeitkonto?
Du kannst Dir ein Arbeitszeitkonto wie ein Bankkonto für Deine Arbeitsstunden vorstellen. Auf dem Arbeitszeitkonto wird festgehalten, ob Du mehr oder weniger gearbeitet hast als in Deinem Arbeitsvertrag vereinbart.
Wenn Du mehr arbeitest, können Plusstunden entstehen. Wenn Du weniger arbeitest, können Minusstunden entstehen. Durch das Arbeitszeitkonto behalten alle den Überblick. Es hilft dabei, Unterschiede auszugleichen und sorgt dafür, dass alles fair und transparent bleibt, sowohl für Dich als auch für Deinen Arbeitgeber. So geht keine Deiner geleisteten Arbeitsstunden verloren.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der Zeitarbeit ein neues gemeinsames Tarifwerk von DGB und GVP. Wie Arbeitszeit und Arbeitszeitkonto geregelt sind, kannst du im Manteltarifvertrag DGB/GVP ab § 4 nachlesen.
Warum gibt es in der Zeitarbeit ein Arbeitszeitkonto?
Wenn Du in Zeitarbeit beschäftigt bist, bist Du bei Adecco angestellt und arbeitest während Deines Einsatzes bei einem Kundenunternehmen. Die Arbeitszeiten beim Kunden können von Deiner vertraglich vereinbarten Arbeitszeit abweichen. Vielleicht arbeitet das Team dort an bestimmten Tagen länger oder es gibt unterschiedliche Schichtmodelle.
Damit Deine Arbeitszeiten richtig erfasst werden, trägst Du Deine Stunden bei Adecco digital ein. Diese Zeiten werden für Dein Arbeitszeitkonto genutzt. Dort sieht man, ob Du mehr oder weniger gearbeitet hast. So behältst Du den Überblick und siehst, wie viele Stunden Du gearbeitet hast.
Was sind Plusstunden?
Plusstunden entstehen, wenn Du innerhalb eines Monats mehr arbeitest als Deine vereinbarte regelmäßige Arbeitszeit.
Ein Beispiel: Laut Deinem Arbeitsvertrag arbeitest Du 35 Stunden pro Woche, das sind 140 Stunden pro Monat. Tatsächlich arbeitest Du in diesem Monat 148 Stunden, weil beim Kunden zum Beispiel gerade besonders viel zu tun ist. Damit hast Du am Monatsende 8 Stunden mehr gearbeitet. Diese 8 Stunden werden Deinem Arbeitszeitkonto als Plusstunden gutgeschrieben. So gehen zusätzlich geleistete Stunden nicht verloren.
Wenn für Dein Arbeitsverhältnis der DGB/GVP-Tarifvertrag gilt, darf Dein Arbeitszeitkonto grundsätzlich bis zu 200 Plusstunden haben. Bei bestimmten saisonalen Schwankungen sind bis zu 230 Plusstunden möglich.
Was kannst Du mit Deinen Plusstunden machen?
Plusstunden sind für Dich vor allem eines: ein wertvolles Zeitpolster.
Ein gut gefülltes Arbeitszeitkonto ist sinnvoll. Es gibt Dir Flexibilität und Sicherheit, wenn es einmal weniger Arbeit gibt oder die Produktion beispielsweise wegen Lieferkettenproblemen unterbrochen werden muss. Gerade in der Zeitarbeit ist es deshalb gut, wenn Du ausreichend Plusstunden auf Deinem Arbeitszeitkonto hast.
Wie und wann Du Deine Plusstunden durch bezahlte Freizeit eintauschen kannst, richtet sich nach Deinem Arbeitsvertrag, dem geltenden Tarifvertrag und den jeweiligen betrieblichen Regelungen.
Und was sind Minusstunden?
Minusstunden können entstehen, wenn Du weniger arbeitest als Deine vereinbarte Arbeitszeit. Wichtig ist dabei immer, warum Du weniger gearbeitet hast und welche Regelungen für Dich gelten.
Minusstunden können beispielsweise entstehen, wenn vorübergehend weniger Arbeit anfällt. Wenn später wieder mehr Arbeit da ist, können diese Stunden durch zusätzliche Arbeitszeit ausgeglichen werden. Ob und unter welchen Bedingungen das in Deinem Fall möglich ist, findest Du in Deinem Arbeitsvertrag, im geltenden Tarifvertrag und in den betrieblichen Regelungen.
Werden Plusstunden automatisch ausgezahlt?
Ein Arbeitszeitkonto ist dafür da, Unterschiede bei der Arbeitszeit über einen bestimmten Zeitraum auszugleichen. Deshalb können Plusstunden zunächst auf Deinem Arbeitszeitkonto bleiben, sie werden nicht automatisch ausgezahlt.
Du kannst sie später durch bezahlte Freizeit ausgleichen. Das bedeutet: Wenn Du mehr gearbeitet hast, kannst Du zu einem späteren Zeitpunkt entsprechend weniger arbeiten.
Im DGB/GVP-Tarifvertrag ist genau geregelt, wann und unter welchen Bedingungen Plusstunden auch ausgezahlt werden können. Wenn Dein Arbeitsverhältnis endet, werden noch vorhandene Plusstunden nach den geltenden tariflichen Regeln ausgeglichen oder ausgezahlt. Deshalb ist es sinnvoll, regelmäßig Deinen aktuellen Stundenstand zu prüfen.
Wie werden Deine Arbeitsstunden bei Adecco erfasst?
Damit Dein Arbeitszeitkonto stimmen kann, müssen Deine Arbeitszeiten korrekt dokumentiert werden. Es ist also wichtig, dass Du Deine Arbeitszeiten regelmäßig und vollständig erfasst.
Bei Adecco erfolgt die Arbeitszeiterfassung grundsätzlich digital über die Adecco App. Je nach Einsatz wird auch eine Stempelkarte oder ein Chip zum Stechen verwendet.
Warum solltest Du das schon vor Deinem neuen Job wissen?
Wenn Du Dich gerade bei Adecco beworben hast, hast Du wahrscheinlich zuerst andere Fragen im Kopf: Welche Stelle passt zu mir? Wie hoch ist mein Gehalt? Wo werde ich eingesetzt? Und wann kann ich anfangen? Aber auch Deine Arbeitszeit ist wichtig. Ein Arbeitszeitkonto kann Dir mehr Flexibilität geben. Gleichzeitig siehst Du damit, wie viele Stunden Du gearbeitet hast.
Wichtig ist, dass Du weißt, wie Deine Arbeitsstunden erfasst werden, welche Regeln für Plus- und Minusstunden gelten. So weißt Du schon vor Deinem Start, welche Regeln für Deine Arbeitszeit gelten und was Dich erwartet.

