Mehr Sinn, weniger Risiko: Was HR aus der GwoF-Studie lernt
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November 4, 2025 - 9:55 AM
Die Integration von KI in den Arbeitsalltag ist Realität – und die Schweizer Belegschaft sieht darin Chancen. 86 % glauben, dass KI neue Jobs schafft, 90 % sehen ihre Aufgaben im Wandel, und nur 12 % erwarten Jobverluste. Für HR ist das eine klare Botschaft: Jetzt ist der Moment, die Arbeitswelt aktiv zu gestalten. Dieser Artikel liefert exklusive Insights aus der Global Workforce of the Future-Studie und zeigt, wie Unternehmen diese Erkenntnisse in der Praxis nutzen können.

Die Studie zeigt: Schweizer Arbeitnehmende sind optimistisch und fühlen sich im internationalen Vergleich besonders sinnorientiert. 61 % erleben täglich ein starkes Gefühl von Purpose – deutlich mehr als der globale Durchschnitt von 46 %. Dieses Gefühl entsteht vor allem dann, wenn Mitarbeitende aktiv mitgestalten können, wie sich ihre Rolle durch KI verändert. Für HR bedeutet das: Beteiligung ist kein „Nice-to-have“, sondern ein strategischer Hebel für Retention. Unternehmen sollten transparente Kommunikationsformate schaffen und Mitarbeitende in die Neugestaltung von Prozessen einbeziehen.
Gleichzeitig offenbart die Studie eine Diskrepanz zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Produktivität. Mitarbeitende glauben, durch KI täglich 117 Minuten zu sparen. Doch nur 42 % können den Impact ihrer Arbeit klar messen. Zeitersparnis ohne klare Zielorientierung führt nicht automatisch zu Wertschöpfung. HR sollte daher klare Erwartungen definieren und KPIs für den Einsatz von KI festlegen. Ebenso wichtig: Die gewonnene Zeit sinnvoll nutzen – für Weiterbildung, Innovation und strategische Projekte. 42 % der Schweizer Arbeitnehmenden wollen aktiv ihre Kompetenzen ausbauen, mehr als der globale Schnitt (34 %). Das ist eine Chance für Unternehmen, Skill-Development-Pläne als festen Bestandteil der HR-Strategie zu verankern.
Ein weiterer zentraler Punkt ist Vertrauen. Die Einführung von KI-Agenten beschleunigt sich: 39 % der Schweizer Arbeitnehmenden erwarten deren Integration in den nächsten 12 Monaten. Gleichzeitig liegt der AI-Trust-Score bei 4,3 von 10 – leicht unter dem globalen Durchschnitt. Vertrauen entsteht durch Transparenz und Partizipation. Unternehmen sollten offen kommunizieren, wie KI eingesetzt wird, und Mitarbeitende in die Gestaltung neuer Workflows einbeziehen. Aktuell tun dies 41 % der Unternehmen in der Schweiz – hier gibt es Potenzial nach oben.
Key Takeaways für HR-Fachpersonen
- Sinnstiftung aktiv fördern: Mitarbeitende wollen mitgestalten, wie sich ihre Rolle verändert. Beteiligung ist ein zentraler Hebel für Motivation und Bindung.
- Produktivität in Wertschöpfung umwandeln: KI spart Zeit – aber ohne klare Ziele bleibt der Effekt begrenzt. Definieren Sie KPIs und nutzen Sie freie Kapazitäten für Weiterbildung und Innovation.
- Vertrauen in Technologie aufbauen: Transparenz und Partizipation sind entscheidend, um Akzeptanz für KI und neue Arbeitsmodelle zu sichern.
Jetzt handeln, ist die Prämisse
Die Schweizer Belegschaft ist bereit für den Wandel – und sieht in KI vor allem Chancen. Für HR bedeutet das: Sinnstiftung fördern, Kompetenzen entwickeln und Vertrauen aufbauen. Wer jetzt handelt, sichert nicht nur Produktivität, sondern auch die Talente, die den Unterschied machen.
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