Job Index Q1 2026 und ein Skills‑Wandel, der Unternehmen direkt betrifft
Stabilisierung des Jobmarktes und ein Skills‑Wandel, der Unternehmen direkt betrifft
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April 23, 2026 - 7:00 AM

Der Schweizer Arbeitsmarkt startet mit einem leichten Aufwärtstrend ins Jahr 2026. Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen steigt im ersten Quartal um 0.7 Prozent gegenüber dem Vorquartal – ein Hinweis auf Stabilisierung in einem weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld. Gleichzeitig ist im Hintergrund ein struktureller Wandel im Gange, der für Unternehmen viel weitreichender ist als jede kurzfristige konjunkturelle Schwankung: Überfachliche Fähigkeiten gewinnen weiter an Bedeutung.
Der neue Adecco Group Swiss Job Market Index Q1 2026 zeigt sehr klar: Wer heute erfolgreich Talente gewinnen und halten will, muss Kompetenzen wie Teamarbeit, Selbstorganisation oder Lernbereitschaft genauso ernst nehmen wie fachliche Qualifikationen.
Ein Arbeitsmarkt zwischen Stabilisierung und Unsicherheit
Die leichte Erholung von 0.7% beim Stellenangebot ist ein positives Signal, allerdings nicht das einzige. Unternehmen planen tendenziell einen Stellenaufbau, was auch der KOF‑Beschäftigungsindikator bestätigt. Doch von Entspannung kann insgesamt noch nicht die Rede sein: Die Arbeitslosenquote liegt bei 3.2% und damit höher als in den vergangenen fünf Jahren. Gleichzeitig wirken geopolitische Unsicherheiten, wie Handelskonflikte und Kriege, weiterhin dämpfend auf Investitionen.
Überfachliche Kompetenzen - ein klarer Trend seit 2015 ist jetzt noch stärker sichtbar
Im aktuellen Job Index Q1 2026 werden Stellenanzeigen vertieft analysiert. Aus über einer Million Inseraten der letzten elf Jahre zeigt sich ein robuster Trend und das nicht erst seit KI unsere Arbeitswelt prägt: Überfachliche, berufsübergreifende Fähigkeiten nehmen zu. Sie werden inzwischen in fast allen Bereichen vorausgesetzt.
Top 3 überfachliche Kompetenzbereiche (2015–2026):
- Selbstmanagement: Lernbereitschaft, proaktives Handeln, selbstständiges Arbeiten
- Soziale & kommunikative Fähigkeiten: Teamarbeit, Führung, Kommunikation
- Denk‑ und Problemlösungskompetenzen: Analytisches Denken, kritisches Denken, Strukturieren
Ob in Verwaltung, Pflege, Technik oder Informatik – überall steigen die Erwartungen und Anforderungen, die über die klassische Fachqualifikation hinausgehen. Es ist nicht so, dass neue Berufsfelder entstehen, die besonders viele dieser Skills verlangen, sondern vielmehr verändern sich die Erwartungen in praktisch allen Jobs.
„Transversale Skills“ als Wettbewerbsfaktor
Die modernen Arbeitsprozesse vieler Unternehmen sind komplexer und dynamischer geworden. Teams arbeiten vernetzter, Entscheidungswege verkürzen sich, technische Tools ermöglichen mehr Autonomie im Arbeitsalltag. Dadurch wächst die Bedeutung von transversalen Kompetenzen.
Die wachsende Bedeutung überfachlicher Fähigkeiten ist nicht primär auf KI zurückzuführen. Denn auch in stark KI‑exponierten Berufen ist ihr Anteil nicht höher. Der beobachtete Skill‑Wandel besteht bereits seit Jahren und ist Ausdruck eines breiten strukturellen Trends.
Für Unternehmen ist das eine gute Nachricht: Was heute investiert wird (z. B. in Trainings für Kommunikation, Selbstorganisation, Leadership, Problemlösung), ist in Zukunft relevanter denn je.
Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber:innen und Unternehmen
Für Arbeitgeber:innen ergeben sich klare Konsequenzen: Recruiting‑Prozesse müssen überfachliche Fähigkeiten stärker sichtbar machen, etwa durch verhaltensbasierte Interviews oder praxisnahe Simulationen. Gleichzeitig gewinnt Weiterbildung weiter an Bedeutung, da sich Anforderungsprofile innerhalb der Berufe verändern. Auch Führung die eigentverantwortliches Arbeiten unterstützt ist gefordert, denn gefragt sind Orientierung, Coaching und Rahmenbedingungen. Ebenso entscheidend ist die Unternehmenskultur. In einem dynamischen Arbeitsumfeld werden Entwicklungsmöglichkeiten, Transparenz und eine moderne Zusammenarbeit zu zentralen Faktoren der Arbeitgeberattraktivität.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Arbeitsmarkt sich tendenziell stabilisiert, doch der tiefgreifende Wandel zeigt sich vor allem in den geforderten Kompetenzen. Überfachliche Fähigkeiten sind heute ein zentraler Bestandteil moderner Stellenprofile. Dieser berufsübergreifende Trend ist strukturell und nachhaltig. Unternehmen, die ihn früh erkennen und gezielt darauf reagieren, stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit.
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